Arbeits- und Diskussionsblog



„Jeder Mensch hat das Recht zwischen einer Vielfalt von gleichwertigen Lebens- und Beziehungsmodellen frei und eigenverantwortlich für sich wählen zu können.
Aus dieser Wahl dürfen weder ihm noch einem anderen Menschen gravierende psychische, soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder sonstige Vor- oder Nachteile entstehen."




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"Lieber ein bekanntes Elend
als ein unbekanntes Glück."

Alfred Adler über Neurotiker

Ist das ein kotzelendiger Satz. Und doch, und doch denke ich, dass es manchmal für manche Menschen in manchen Situationen wohliger ist im vertrauten Leid zu verweilen, als sich dem neuen Unbekannten mutig und neugierig hinzugeben.
Es fühlt sich, trotz allem Schmerz und aller Traurigkeit, so verführerisch schrecklich heimelig in den alten, quälenden, jedoch bekannten, Mustern an.

Dies ist ein gefährlicher Gemütszustand. Gefährlicher als alles Gefährliche was mir sonst im Leben und in der Welt jemals begegnet ist. Es ist der Tod. Aber nicht jener, der zum Leben gehört und mit ihm eine Einheit bildet. Oh nein, es ist der Tod, der abseits vom Leben unlebendig dahin vegetiert. Der Tod hinter dem Spiegel. Der Tod, der nicht atmet, nicht erhöht, nicht rundet und dem Leben Sinn und Transformation verweigert. Kein Teil des Kreises, sondern außerhalb desselben.

Widerlich, widerlich, widerlich – also huschhusch, wenn du drin feststeckst, mach dich auf die Socken und mit dem Neuen bekannt.

Pah! Was ein dämlicher Ratschlag. Die Decke einfach wegwerfen, sich in völlig unbekanntes Gebiet begeben? Etwas tun, für das man keine Handlungshinweise in sich hat? Keine Kontrolle über das Ergebnis, so völlig ins Blaue hinein? Aber, aber es könnte doch dies und das oder jenes Schreckliche passieren! Oh ja, das könnte es! Es könnte aber auch ganz anders sein, oder? Na also. Und wenn es schrecklich sein wird – darin kennst du dich ja aus. Und wenn es wunderbar und toll wird? Dann, ja dann legt sich ein anderes, lebendigeres Muster an und neue Türen öffnen sich. Ein Versuch ist es allemal wert, denn verlieren kannst du dabei nicht. Elendiger als jetzt kann es nicht werden, also, probiere es einfach aus. Dann los!

Und ja, es ist völlig okay sich dazu eine kompetente Begleitung zu suchen!

Sich selbst zu lieben


Es liegen Welten zwischen der Liebe um Deiner selbst willen und der Anerkennung für Deine Leistungen. Verwechsle das nicht!

Geliebt wirst Du nur dort, wo Du eben nicht etwas haben oder tun oder bringen musst für diese Liebe. Da liegt Deine eigentliche Sehnsucht, und daraus nährt sich dieser verzerrende Hunger, der nicht gesättigt wurde als Du noch ganz klein warst und den Du heute viel zu oft stillen willst mit den falschen Dingen, weil Du nie lernen durftest, dass der Konsum von Drogen, Essen, Sex, Alkohol, unnützen Dingen und Ähnlichem diesen Hunger nicht sättigen, sondern nur die Leere in und die Entfremdung von Dir weiter vergrößern wird.

Was hilft? Liebe Dich so, wie Du bist. Mit all Deinen lichten und dunklen Seiten. Mit all Deinen Widersprüchen, Deinem Schmerz, Deinen Zweifeln, Deinem Wissen um Dich. Mit all dem, was Du kannst und bist. Mit all dem, was Du getan und nicht getan hast.

Höre nicht auf die, die Dir zusäuseln, dass sie Dich lieben, weil Du so wunderbar ihre Wünsche und Bedürfnisse befriedigst. Denen ging und geht es nur um sich und niemals um Dich.

Halt inne, trete einen Schritt zurück. Gib der Stille Raum und dann höre Dir endlich selbst zu. Wer spricht da? Wer weint und lacht da? Wer sehnt, wer zweifelt, wer genießt, wer tanzt und singt da? Wer verbietet, wer erlaubt? Wer lebt da noch? Trotz allem oder gerade deswegen.

So viel Leid, Schmerz, Verletzung und Enttäuschungen. Heilen, im Sinne von Selbstfürsorge und neumutiger Lebensfreude, kannst nur Du Dich selbst. Manchmal kann ich helfen, manchmal nicht. Begleiten, für eine Weile, immer und gerne.

Alles nur Blablablubb? Hehre Buchstabenreihungen und wirres Gekröse einer alternden Frau Müller? Vielleicht. Meine Erfahrungen lehrten mich jedoch, dass kein Weg daran vorbei führt, zu lernen, sich selbst zu lieben. Ohne diesen Schritt bleibt alles Weitere nur Makulatur und Lebenswunden eitern lustig weiter vor sich hin und gebären immer wieder neuen Schmerz.



Anpassung

„Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist. Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, d.h., die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen. Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr erlebt.“ (H.-E. Richter)

Einfacher: Du passt dich an. Aus Bequemlichkeit, Taktik, Ermüdung, kurzfristigen Vorteilen, um zu Überleben. Und irgendwann merkst du gar nicht mehr, dass daraus ein sich verselbstständigtes Muster, eine Gewohnheit geworden ist. Passt dich auch an Dinge und Verhältnisse an, die du allereigentlich innerlich ablehnst, weil sie deine Grenzen weit, weit überschreiten. Auf die Idee, dass du eine Anpassung auch verweigern könntest, kommst du gar nicht mehr, weil die Gewohnheit so eingefahren ist. Du entscheidest nichts mehr, weil du nicht mehr bemerkst, dass du da ja real im Jetzt und im konkreten Fall wirklich entscheiden könntest.

Da es aber den Teil in dir gibt, ganz tief drinnen, der weiß, der leidet, der rebelliert, entwickelst du, zur inneren kurzfristigen Entlastung, Symptome. Auf der körperlichen oder der seelischen oder auf beiden Seiten. Beispiele: Kopf, Magen, Darm, Herz, Lunge, Haut, Rücken; irreale Ängste, Panik, Schlafprobleme, Traurigkeit, Aggression, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Abwehr, und vieles mehr. Du wirst krank. Und die jeweilige Krankheit schiebt sich derart in den Vordergrund, dass die eigentlichen Ursachen dafür, nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar sind.

Was tun? Die Krankheit derart behandeln, dass es dir Luft verschafft, sich mit den Ursachen beschäftigen zu können. Unter Schmerzen denkt und entscheidet es sich nicht so gut. Dann Innehalten und sich Zeit und Aufmerksamkeit zugestehen, nach den Ursachen zu forschen.

Hört sich banal an. Ist es aber nicht. Und ist auch, trotz dem Erstarken des psychosomatischen Ansatzes in der Medizin, auch noch nicht immer selbstverständlich.

Hol dir Hilfe und Wegbegleitung. Du musst das nicht alleine stemmen. 

Narben

"Unsere Narben haben die Angewohnheit uns daran zu erinnern, dass die Vergangenheit Realität war!" (Hannibal Lecter)


Die Wahrnehmung dessen, was ich als Realität bezeichne, wird im Gehirn konstruiert.

In meiner Welt: Eine Narbe am Körper oder in der Seele bleibt eine Narbe. Meine Wahrnehmung derselben jedoch (und damit der ganze Rattenschwanz an Bedeutungs-, Kontext-, Einordnungs-, Bewertungs- und Aufmerksamkeitsbezügen, etc.) variiert. Die Art und Weise und worauf ich den Fokus meiner Wahrnehmung richte, und welchen Gefühlen ich dabei Raum gebe, kann ich steuern.

Therapie ist unterm Strich eigentlich nichts anderes als die eigene Wahrnehmung neu zu kalibrieren, deren Variationsbreite und -tiefe zu erweitern und der schmerzenden Willkür der Erinnerungen durch Selbstermächtigung Grenzen zu setzen. Selbstermächtigung in diesem Sinne bedeutet, dass du die Macht hast, und dir diese auch (wieder) aneignest, selbst darüber zu bestimmen, welchen Einfluss und welche Bedeutung du deinen Narben zugestehst.

Narben verschwinden nicht. Doch du kannst entscheiden, ob sie nässen, jucken, aufbrechen oder ein eingebundener Teil deiner wunderbaren und einzigartigen Persönlichkeit sind.

Kein Spaziergang. 


Energieverschwendung

Du willst immer perfekt sein. Willst es allen recht machen. Überlege dir, wie viel Energie dich das kostet. Tag für Tag. Und jetzt stell dir vor, du würdest genau diese Energie dafür einsetzen, dass du dich wohlig, zufrieden und mit dir im Einklang fühlen könntest. Tag für Tag. Das Ergebnis würde dich bestimmt überraschen.

Du hast von klein auf gelernt, dir Fürsorge von außen zu holen und bezahlst dafür mit deinem Bravsein und deiner Sucht nach Perfektion und deiner Luft beschneidenden  Angepasstheit. Niemand hat dir beigebracht, dass du dich selbst befürsorgen könntest, Bravsein eine Währung für gar nichts ist, dein Perfektionismus der Befriedigung fremder Bedürfnisse dient und nicht hinterfragte Anpassung jedes Lebendige in dir erstickt.

Halt an. Mach einen Boxenstopp und vergewissere dich, wer das eigentlich ist, der dich da Tag für Tag zu so einer Energieverschwendung antreibt. Und dann lerne. Lerne all das, was man dir bisher verweigert hat zu lernen und zu verstehen.

Und wenn du Fragen hast, oder unsicher bist, dann frag mich. Lass uns ein Stück gemeinsam gehen, bis deine Schritte wieder fest und sicher sind. 

Bindungsstreben versus Autonomie

Bindungsstreben versus Autonomie <- ein immer wieder kehrendes Thema in meiner Arbeit.

„Deine verworrene Sehnsucht ist oft nichts anderes als der verzweifelte Wunsch zurück in den Mutterleib zu schlüpfen: Rundum Versorgung ohne eigene Verantwortlichkeiten. Blöd gelaufen, es gibt keinen Weg zurück.“

Das Streben nach Autonomie/Selbstständigkeit und gleichzeitiger Bindung beginnt mit der Durchtrennung der Nabelschnur. In diesem Widerspruch bewegen wir uns. Er ist nicht auflösbar, wir können auch nicht so tun, als sei er nicht vorhanden. Er ist sowohl Quelle und Motor für alles Lebendige in uns, für unsere Kreativität, unseren Mut und unsere Hoffnung, als auch für unseren Schmerz, unser Leid, unser seelisches Durcheinander.

Doch wir können ihn durchschauen, Freundschaft mit ihm schließen und unsere Flexibilität an ihm wachsen lassen.
Gespräch am Küchentisch:

Mensch: „Heute ist ein blöder Tag.“

Herr Schuld: „Das ist deine schuld! Alle freuten sich schon seit Wochen auf einen schönen Tag, aber nein, du musst es ja wieder vermasseln.“

Madame Depression: „Oh stimmt, du hast recht, der Tag ist ganz trübe, die Sonne geht nicht auf. Es wird bestimmt noch schlimmer.“

Mister YouCanNotDoIt: „Egal was du machst, es wird sich eh nix dran ändern. Du hast noch nie was hinbekommen, schon gar nicht, wenn es wirklich wichtig war. Auf dich kann man sich einfach nicht verlassen! Du bekommst kein anständiges Leben auf die Reihe und so einen banalen Tag schon gar nicht.“

Frau Klein: „Hilfe, wir brauchen Hilfe. Du schaffst das nicht! Aber, da ist niemand. Da ist so gar niemand. Wir sind allein. Hilfe.“

Herr Vater: „Was habe ich nur falsch gemacht in meinem Leben, dass ich mit so einem Nichtsnutz wie dir geschlagen wurde! Du hast mich schwer enttäuscht.“

Mensch:  „Seid endlich still!“

Madame Depression: „Es war schon immer dunkel. So dunkel, so leer, so unendlich leer.“

Herr Schuld: „Das fing schon mit deiner Geburt an. Mein Leben war ab da ein einziges Chaos. Es hätte so toll sein können. Ich war so begabt, aber du hast alles zerstört. All meine Träume hast du kaputt gemacht!“

Frau Mutter: „Du bist jetzt ein erwachsener Mensch, übernimm gefälligst endlich die Verantwortung! Es ist deine Pflicht. Du hast dich um uns zu kümmern, dass ist die Aufgabe eines guten Kindes! Sorg dafür, dass es uns gut geht, wir haben genug für dich geopfert!“

Frau Klein: „Keiner hat mich lieb. Ich mach alles falsch. Man kann mich ja gar nicht lieb haben.“

Madame Depression: „Kalt, es wird immer kälter. Die Sonne wie nie mehr richtig aufgehen. Nie mehr!“

Mister YouCanNotDoIt: „Du wirst diesen Tag nicht retten können. Versuche es erst gar nicht, es kommt eh nichts Gutes dabei raus. Du bist schlichtweg unfähig dazu.“

Herr Schuld: „Du bist schuld, schuld, schuld!“

Herr Vater: „Was ist nur aus meinem süßen, kleinen Kindlein geworden?! So viel Potential. Jede Tür wurde dir geöffnet, jeder Stein wurde dir aus dem Weg geräumt. Du hast jede mögliche Unterstützung bekommen. Andere Kinder wären dankbar dafür. Und du? Ich schäme mich für dich!“

„Frau Mutter: „Ich habe mir das ganz anders mit dir vorgestellt. Ich habe so viel für dich getan und aufgegeben und jetzt schaffst du es nicht mal, mir einen, nur einen einzigen schönen Tag zu schenken.“

Frau Klein: Ich bin so allein.

Im Chor und schunkelnd: „Du bist schuld, du bist schuld, du bist schuld!“

Mensch: „HÖRT JETZT AUF! SOFORT! Raus, einfach raus hier! Ich habe euch nicht eingeladen, verschwindet endlich!“


Alle huschen beleidigt zu Tür raus. Doch hört man sie miteinander tuscheln. Sie tuscheln immer vor der Tür. Immer. Und sie kommen wieder. Ohne Einladung. Immer. 


"Sie therapieren Menschen, Frau Müller?"

"Ihhh, nein. Menschen kann man nicht therapieren. Der Mensch ist, was er ist. Alles Leid, aller Schmerz, alles Glück, alle Ressourcen, alles Verdrängte, alle Chancen, alle Vergeblichkeiten, alle Lust, aller Hass, alle Liebe. Alles, was er mitgebracht, bekommen und gegeben hat. Oft in einem chaotischen Gemisch, verwoben in all seinen Teilen. Manchmal atemlos, ertrinkend, verloren scheinend. Ich begleite, ich reiche Werkzeuge, um Türen hinter den Wänden und dem Verputz von Jahrzehnten frei zu kratzen. Ich helfe beim Schlüssel finden, ab und an öffne ich auch einen Spaltbreit. Meistens jedoch höre ich einfach zu. Schenke Zeit und Aufmerksamkeit, sammle Tränen und Wut, mische sie mit Lachen, Freude, Dankbarkeit und Hoffnung. Werfe den Ball ganz weit und ermutige, ermutige, ermutige wenn aus dem Stolpern danach die ersten zaghaften eigenständige Schritte werden. Ich reiche die Hand und bin einfach da."

"Nun, Sie haben aber auch eine Menge unterschiedlicher Ausbildungen und sind alles andere als unprofessionell."

"Ja, die diversen Ausbildungen sind gut und nützlich. Sie erweitern den Werkzeugkasten und erleichtern auch die Selbstreflexion. Doch letztendlich, das lehrte mich mein Leben, unterm Strich zählt dann doch nur eines: Das Wohlwollen sich selbst und allen Menschen gegenüber. Gibt es das nicht in einem, dann ist alles Wissen nur Tünche und Makulatur."


Du tust etwas, weil du es für absolut richtig hältst. Sagen wir, du weigerst dich Schnittblumen zu verschenken. Du findest das einfach nicht richtig. Warum auch immer. Dein Nachbar findet es aber richtig und verschenkt sie zu jedem Anlass. Auf einmal finden das alle im Dorf toll, verschenken Schnittblumen zu allen möglichen und unmöglichen Ereignissen. Du findest das für dich immer noch nicht richtig und machst einfach nicht mit. Die anderen Dorfbewohner machen aber jetzt daraus eine Frage der Zusammengehörigkeit und du merkst, dass du auf einmal schief angesehen und gemieden wirst. Das gefällt dir nicht. Also fängst auch du an Schnittblumen mitzubringen und großzügig zu verschenken.

So, warum hast du das jetzt gemacht? Du hast es nicht gemacht, weil du es richtig findest Schnittblumen zu verschenken. Du hast es gemacht, weil du im Dorf nicht ausgegrenzt sein wolltest. Du wolltest dazu gehören. Das heißt, du machst etwas, was du schlichtweg nicht für richtig findest aus einem Grunde, der außerhalb von deiner richtig oder falsch Überzeugung liegt. Und das machst du nicht nur bei den Schnittblumen, sondern auch beim Haare färben, bei der Kleiderwahl, beim Freunde aussuchen, oder bei sonst irgendwas.

Irgendwann in deinem Leben stellst du vielleicht fest, dass du nicht mehr gut einschlafen kannst, dass du immer wieder Magenproblem hast, dass dein Blutdruck steigt und du auf einmal allergisch gegen deine alten Hauskatzen bist. Oder du wirst immer trauriger, aggressiver, unruhiger, fühlst dich gehetzt, dir ist alles zu viel, und, oder, und… und weißt eigentlich überhaupt nicht so richtig warum. Kannst keinen Finger auf irgendwas Konkretes legen. Deine Ärzte, und du hast nicht wenige aufgesucht in letzter Zeit, finden auch nichts Konkretes und verweisen dich immer wieder an andere Fachkollegen.

So eine banale Geschichte denkst du jetzt bestimmt. Das ist doch sonnenklar.

Ach ja? Glaub mir, die Sache mit den Blümchen hat schon viel früher angefangen und ist nur ein willkürlich gesetztes Beispiel unter tausend anderen möglichen. Es ist meistens gar nicht so einfach zu verstehen, wo der Faden seinen Anfang genommen hat. Wo hast du das erste Mal etwas getan um gemocht, geliebt, beachtet zu werden, obwohl dieses Tun all deinem damaligen inneren Wissen und deinen intuitiven Überzeugungen von Richtig und Falsch widersprochen hat? Wo bist du eingebrochen? Wo hast du dich selbst verloren? Für ein bisschen Liebe, Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit und für Fürsorge, obwohl dir dies doch alles so selbstverständlich bedingungslos hätte gewährt werden müssen?

Da versteckt sich eine Menge an verborgenem Schmerz, unvermuteter Scham, nicht beachtetem Leiden, verquerten Schuldzuweisungen. Und alle haben Macht über dich. Bis heute.

Psychosomatik – gar nicht so einfach es tiefgehend selbst zu durchschauen, wenn der Körper spricht und die Seele und der Verstand sich aber in jahrelanger Kleinstarbeit verschweigend und verdrängend umeinander verheddert haben.

Was hilft? Manchmal jemand, die/der sowohl dem Körper, als auch der Seele und dem Verstand Zeit und Raum schenkt und allen aufmerksam zuhört und dich, zumindest am Anfang, beim Einsortieren begleitet. Jemand, die/der dich dabei unterstützt wieder eine gemeinsame Sprache und ein sensibles Ohr für die drei in dir selbst zu finden. Kein FünfMinutenDing, aber auch keine jahrelange Arbeit.

Du musst nur den ersten Schritt tun. 
Dein seelischer Schmerz hat, trotz aller scheinbar komplexen Symptome, gewöhnlich eine einfache Geschichte: Du wurdest zutiefst verletzt zu einem Zeitpunkt, an dem du am wenigsten dafür ausgerüstet warst, damit fertig zu werden. Diese Verletzungen, die zu groß waren, um in dein inneres System integriert werden zu können, mussten begraben, versteckt, verdrängt werden um dein Überleben zu sichern und verweilen nun in dir wie hartnäckige Viren, beeinträchtigen dein jetziges Leben und lassen dich als Erwachsene maßlos leiden.

Deine Vergangenheit können wir nicht ändern. Aber wir können dich mit erwachsenen Werkzeugen ausrüsten, die es dir ermöglichen mit vergangenen, doch noch immer virulenten, Verletzungen so adäquat und aktiv umzugehen, dass deren Virulenz beschnitten oder gar ganz aufgehoben wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, kann ich dir anbieten. 
„Du solltest dies und das und jenes machen! Dann ginge es dir garantiert besser. Und wenn du das und das auch noch machen würdest, dann ginge es dir richtig gut, aber sowas von.“ Schubladenweisheiten. Großzügig verteilt im Gießkannenprinzip. Ein paar Tröpfchen bekommst du auch ab und an davon ab. So als MarketingGag. Und wenn du genug bezahlst, dann bekommst du auch einen ganzen Kübel davon.

Nur, was hat das mit dir zu tun? Mit deiner persönlichen Geschichte, mit deinem individuellen Schmerz, mit deiner ganz und gar einzigartigen Persönlichkeit? Nix. So ganz und gar, gar nix.

Veränderungen funktionieren so nicht. Veränderungen brauchen Zeit, Geduld, benötigen manchmal Umwege und sind immer! arbeitsintensiv und oft schmerzhaft und tränenreich. Es braucht Zeit um Vertrauen aufzubauen, zu der Therapeutin, aber auch zu sich selbst. Es braucht Geduld um alte Muster erkennen und sie dann Schritt für Schritt transformieren zu können. Es braucht öfters ein stilles Innehalten und manchmal einige Umwege um sich wieder selbst erkennen zu können. Vieles an neuer Selbsterkenntnis kann im ersten Moment sehr schmerzhaft sein und Tränen, die nie geweint wurden, fließen im Jetzt umso heftiger.

Therapie ist kein Promenieren im sanften sommerlichen Abendrot. Sie ist auch keine Tschaka! Hurra! WirHabenUnsAlleLieb Veranstaltung. Eher ist sie ein mitunter tiefste Anstrengung fordernder Gang durch alle Jahres(Lebens)Zeiten. Wer etwas anderes verspricht, lügt. Lass dich nicht verarschen.

Du bist dir mehr wert. Du bist mir mehr wert. 
„Sind Sie eine gute Therapeutin, Frau Müller?“

 „Entschuldigung, da muss ich doch mal lachen. Was bitte ist „gut“ in diesem Zusammenhang? Wenn überhaupt, dann könnten das nur meine Klienten beurteilen. Und ich hoffe sehr, dass sie in der Arbeit mit mir verstanden haben, dass das Adjektiv „gut“ vor allem zu ihnen selbst gehört. Sie waren gut darin, sich in Bewegung zu setzen und eine Begleitung zu suchen. Sie waren gut darin mir, trotz Ängste und Zweifeln, einen riesigen Vertrauensvorschuss zu geben und mich in ihre Welt einzuladen. Sie waren mutig gut darin, ihrem eigenen roten Faden zu folgen, sich nicht durch Verknotungen oder Umwege aufhalten zu lassen und meine Hilfestellungen so anzunehmen und abzuändern, dass sie genau zu ihnen passten.  Und sie sind letztendlich saugut darin sich dann meiner Begleitung zu entledigen, sich selbst zu vertrauen und ihre ganz und gar eigenen Wege zu gehen. Ja, die Menschen, die zu mir kommen und mit mir arbeiten, die sind verdammt gut in ganz vielen wesentlichen Dingen.“
Das ist gar nicht so einfach mit dem „STOP“ sagen. Erstmal müsstest du ja die eigenen Grenzen kennen und ein sicheres Gespür dafür entwickeln, wie es sich anfühlt, wenn diese überschritten werden. Dann müsstest du diesem Gefühl auch noch vertrauen können und über Wissen und Handlungsmuster verfügen, wie du die eigenen Grenzen schützt.

Die schlechte Nachricht: Gelernt hat das kaum jemand von uns.

Die gute Nachricht: Jeder kann das lernen, in jedem Alter. Es ist nie zu spät dafür.  


Hilfreiche erste Fragen:

-        Kenne ich meine Grenzen? In welchen Bereichen meines Lebens bin ich mir da unsicher?
-        Was ist die Quintessenz der jeweiligen Grenze? Für was steht sie allereigentlich? Was soll sie schützen?
-        In welchen Situationen neige ich dazu meine Grenzen ohne Widerstände fallen zu lassen?
-        Was passiert genau und wie in den Momenten, wenn ich meine Grenze klar setze oder sie aufgebe? Wie geht es mir dann jeweils damit?
-        Was geschieht, wenn ich in diesem oder jenem realaktuellen Fall eine klare konkrete Grenze setze? Welche Erfahrungen habe ich damit bisher gemacht? Was erwarte ich jetzt? Was macht mir Angst? Was hilft mir?
-        Bin ich ehrlich zu mir selbst?


Zielsetzungen könnten sein:

-        Die eigenen Grenzen besser zu erkennen, ihre Funktionen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen
-        Die Überschreitung durch sich selbst und andere frühzeitiger zu erkennen
-        Sich vielfältigere und flexiblere Handlungsmuster anzueignen, um Grenzverletzungen rechtzeitig verhindern bzw. eindämmen zu können.  

Das hört sich alles sehr pauschal an. Doch wie immer in solchen Arbeitsprozessen ist das eben eine sehr individuelle Geschichte und auch der Lernprozess und die Hilfsmittel dazu müssen ganz speziell und einzigartig gestaltet werden. Wir schleppen so viele unsinnige Grenzen seit der Kindheit mit uns herum, haben so viele schmerzliche Grenzverletzungen erlebt, wissen manchmal gar nicht mehr, wo unsere wirklichen Grenzen sind und haben uns in all den Grenzgebieten heillos verlaufen. Da geht nix wirklich Nachhaltiges mehr mit Pauschalisierungen und über einen Kamm scheren. Da muss die Analyse- und Werkzeugkiste einfach verdammt groß und vielfältig sein.


Das erste „STOP“ wäre also ein „STOP! Ich möchte jetzt innehalten, eine Auszeit nehmen und mir das ganze GrenzenGedöns im Innen und Außen in Ruhe anschauen.“  

Feiner erster Schritt! 





Wenn das Leben Kapriolen schlägt und ich mich dadurch erschlagen fühle. Wenn es mir das Herz zerreißt, der Bauch in Zuckungen verkrampft und der Verstand ne Auszeit nimmt, weil er eh kein Land mehr sieht und nur noch am SichSelbstZerfleischen ist, dann ja dann, schmeiß ich mich rein in diesen Schmerz und reiß die Türen auf für all die sonst verdrängten, verhassten, verwirrenden Gefühle. Ein kochend heißes Bad in grenzenlosem Selbstmitleid, Weltenschmerz, Jammern, Schuldzuweisungen, Unsäglichkeiten. Lamento pur. Rotz und Wasser kotzend ertrinke ich zusammen gerollt kreischend in mir. Der Tod tanzt ein verführerisches Tänzchen und reicht mir anzüglich lächelnd, den einen Ausweg versprechend, die Hand. Es ist dieser Moment, immer wieder, dieser Moment auf Messers Schneide, wenn dies die ultimativ einzige Lösung scheint, dem inneren und äußeren Grauen zu entfliehen, in dem ein Teil von mir erwacht, den ich hier ja nun gar nicht vermutet hätte. Aus all dem klebrig dunklen Morast kichert mir so unverschämt ein Stimmchen entgegen, das mich durch diese, der Situation keineswegs angemessenen, Tonlage zwingt kurz innezuhalten. Und schon hat es mich, verdammt, flüstert derart lachend vor sich hin, dass ich mich konzentrieren muss: „Na denn, wenn es so ist, dann ist es doch eh egal. Oder? Auf die paar Minuten kommt es jetzt doch auch nicht an. Er wird schon noch warten können, der olle Trickser. Irgendwann bekommt er schon sein Tänzchen mit dir. Geht kein Weg dran vorbei. Aber jetzt, hier, da könnten wir es uns doch leisten einfach mal ganz und gar ehrlich miteinander zu sein. Oder? Wenn es dir eh egal ist, das mit dem Leben und so, dann will ich dich nackt und bloß sehen. Keine Spielereien mehr, keine Masken, kein BravSein, kein JaAber, kein ich WürdeKönnteSollteMüsste Rumgehampel mehr. Zeig dich. Schamlos. Ohne Blenderei. Schau dich an. Jetzt!“ Beim ersten zaghaften Blick in meine verquollenen Augen, auf den sabbernden Mund und die knallrote Nase huscht der Verstand mit einem arroganten „Na, Dramaqueen“ wieder ins Zimmer und stolpert über mein gefauchtes „Halt nur die Klappe!“ Dieses Bild bringt mich zum Lachen. Immer wieder. Dann beginnt das Aufräumen und Zusammensetzen meines zerfetzten Selbst.


Kein Spaziergang. Niemals. Es nutzt auch nichts, dass ich den Ablauf hinterher wieder erkenne. Es ist jedes Mal aufs Neue neu und unbekannt. Schmerzhaft, auslaugend, qualvoll … reinigend, aufbauend.



Ja, ich begleite Menschen auch auf so einem Weg. Weil ich keine Angst vor ihm habe, auch wenn ihr Weg vielleicht ganz andere Merkmale aufweist als meiner. Ich bin da und bring mein Lachen mit.  Wir verlaufen uns nicht. Versprochen. 
Die Arbeit mit dem Inneren Team

„Ach, zwei Seelen hausen in meiner Brust.“

„Nur zwei? Also, bei mir wird es da manchmal ganz schön eng in mir drin“



Da ist der stille Beobachter, die Kritikerin, der Besserwisser, der Verhinderer, die Nörgeltante, das kleine Kind, der Egomane, die Professorin, der Krieger, die Wühlmaus, die Närrin … um nur mal einige der Herrschaften zu benennen. Jeder hat da so seine ganz eigene Teamzusammenstellung. Zu jedem Thema müssen meine Teammitglieder ihren Senf dazugeben und wenn ich nicht aufpasse, dann streiten sie sich bis aufs Blut und in mir herrscht ein heilloses Chaos und mit Entscheidungen ist dann nix.  Manchmal gehen sie mir ganz schön auf die Nerven, verbünden sich, gehen Koalitionen ein, die ich nie vermutet hätte und lassen einfach nicht locker. Pieken, grummeln, stechen, schubsen, lachen mich aus. Übergehen kann ich sie aber auch nicht, denn wenn ich nicht jedem einzelnen zuhöre, dann fallen mir die nicht Gehörten irgendwann in den Rücken. Also schenke ich ihnen meine Aufmerksamkeit. Ich höre zu, ordne ein, verwerfe, ermuntere, nehme an, bringe System ins Chaos. Denn all diese Anteile gehören zu mir und haben, mal mehr, mal weniger, ein Recht darauf sich einzubringen. Wir sind ein tolles Team!

Nur, manchmal, manchmal da schleichen sich Herrschaften ein, die ich schon längst zur wohlverdienten Ruhe gebettet hatte. Sie drängeln sich vor, überrennen die anderen und spielen sich auf. Sie packen alte Geschütze aus und feuern mit Argumenten, die schon längst keinen Sinn mehr machen, aber unvermutet immer noch ins Schwarze treffen. Das kommt dann einem versuchten Umsturz, einer angestrebten Regierungsübernahme schon sehr nahe. Dann heißt es aufpassen! Und wenn ich es nicht alleine schaffe, dann hole ich mir Hilfe. Denn, bei aller Teamarbeit, so bleibt doch: Ich bin der Chef. Denn ich halte meinen Kopf hin und trage, unterm Strich, die alleinige Verantwortung.


Solltest Du mal jemanden brauchen, der Dich dabei unterstützt Dein Inneres Team wieder auf Vordermann zu bringen -> Gerne doch!



Anmerkung: Nein, das hat mit Schizophrenie und ihren Kindern nix aber auch gar nix zu tun! Es ist ein Modell, das versucht über Imagination den unterschiedlichen inneren Anteilen eine Stimme und Raum zu geben und mit ihnen in Kontakt zu treten. Kann hilfreich sein, oder auch nicht.

Selbstwahrnehmung – Fremdwahrnehmung … Selbstbild – Fremdbild … ab und an ist eine Abgleichung hilfreich


A: „Das hat mich so verletzt!“

B: „Wie hast du denn darauf reagiert?“

A: „Ich habe es mir nicht gefallen lassen und habe mich klar und deutlich gewehrt und meine Grenzen gesetzt. Dabei wurde ich ganz schön laut und zum Teil auch ungerecht.“

C: „Du kamst mir dafür aber ziemlich leise und zaghaft vor.“


Ein feines Durcheinander von Wahrnehmungsinformationen knäult sich in dem Moment da in einem zusammen:

Mein inneres Bild von mir. -> verletzt, aber ruhig, kontrolliert, freundlich, bestimmt (Ideal)

Mein Bild, das mir aus dem inneren Spiegel entgegen schaut. (Real) verwirrt, weinend, hilflos

Mein Bild davon, wie ich denke, dass meine Umwelt mich wahrnimmt. (Projektion) -> wütend, selbstbewusst, abgrenzend, verletzend, ungerecht, laut, hysterisch

Das Bild, das meine Umwelt mir von mir mitteilt. -> verunsichert, zaghaft, zurückweichend, besänftigend


Es können noch einige mehr dazu kommen. Auf alle Fälle  lohnt es sich hier, sich die einzelnen Zuschreibungen, die eigenen und die fremden, genauer anzusehen und die dahinter stehenden Glaubenssätze, Ideale, Erwartungen, SelbstTäuschungen, Filter, Abwehrhaltungen aufzudecken.


Hilfreiche Fragen dazu wären zum Beispiel:

Wer sagt, dass man auf eine Verletzung ruhig und kontrolliert reagieren sollte?

Was genau macht mich innerlich so hilflos, weinend, verwirrt? Wer ist da hilflos? Wer weint? Wer ist verwirrt? Was mache ich wie mit diesen Gefühlen?

Wie schaffe ich es, dass ich Wut, Selbstbewusstsein  und  Abgrenzung in einem Atemzug mit Verletzung, Ungerechtigkeit, Laut sein und Hysterie meinerseits in Verbindung bringe? Was bringt mir diese Relativierung?


Wie gehe ich mit der meiner Selbstwahrnehmung widersprechenden Fremdwahrnehmung um? 

Was kommuniziere ich eigentlich wie und wie nicht? 
„Ich bin nicht aggressiv!“

„Was machst du denn, wenn du dich wütend,
enttäuscht, gedemütigt oder verletzt fühlst?“

„Ich schalte meinen Kopf ein, beherrsche mich,
werde ganz leise oder still.“

„Das kostet aber eine Menge Kraft.“


(Sie, 48, adipös, starke Raucherin, Asthmatikerin, Rückenschmerzen. Befindet sich, nach eigenen Angaben, immer wieder in destruktiven Beziehungen.)



Autoaggression hat gerade bei älteren Erwachsenen viele Gesichter. Steht bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen oft die körperliche Selbstverletzung im Vordergrund (Verletzungen der Haut,  des Kopfes, Magersucht/Bulimie, starkes Nägelkauen, und Ähnliches) so finden sich bei älteren Erwachsenen oft, daneben / oder auch nur, eingefahrene Muster der aktiv inszenierten seelischen Selbstverletzung.

Die sowohl positiv als auch negativ besetzten Effekte der Autoaggression finden sich jedoch auch hier: Entspannung, Bestätigung, Stimulation, Bestrafung und Selbstzerstörung.

Die dafür aufgewendete enorme Energie ist eine mächtige Ressource.


Da ist so manches zu entwirren. Das braucht Zeit und Geduld. Ich habe beides für Dich.

Selbstorganisation



Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden; Energiefresser erkennen und eliminieren; Kompetenzen, Schwächen, Ressourcen realistisch einschätzen; AktionsÜberschwang in geordnetes zielgerichtetes Machen verwandeln; Energien bündeln; Planen, Handeln, Evaluieren; Fehler als Chancen begreifen; Freude und Wohlwollen am eigenen Tun ist gleich effektive Selbstorganisation.
Macht verdammt viel Spaß. .... Wenn da kein Spaß und kein Lachen dabei ist, dan, ja dann stimmt was nicht. Dann kommt man zu mir und wir schauen mal gemeinsam, wo da die verflixten Türen und Löcher sind, durch die die Freude sich verkrümelt hat. Tut nicht weh, tut nur gut.
Kein EntwederOder, sondern immer ein SowohlAlsAuch.






So ist das Leben, und so bist du auch. Unendliche Schattierungen. Widersprüche, die zusammen gehören. Klare Abgrenzungen und fließende Übergänge. Zementierte Glaubenssätze und schäumende Kreativität. Höhen und Tiefen. Stärken und Schwächen. Zwischendrin und außen vor. Behauptende Starrheit und spielende Flexibilität. Die Gefühlsskala rauf und runter. Auskostend. Schmeckend. Verwerfend. Wieder aufgreifend. Neu erfindend. Bewegung. Veränderung. Lebendig halt. Alles andere sind verarschende Heilsversprechen und verkleisternd halbscharige Renovierungsarbeiten mit kurzer Laufzeit. Also, hab dich lieb und sei ein bisschen wohlwollender und geduldiger mit dir!

„Deine Gedanken bestimmen dein Sein. Was du aussendest, bekommst du zurück.“ <- Zwei Sätze, die in dieser oder jener Form durch alle Ratgeber und CoachingSeminare geistern. Besonders, wenn es um Zielformulierungen geht.

Wir nicken begeistert dazu, tanzen uns selbst, verstehen nicht wirklich und wenn doch, dann übersehen wir geflissentlich, dass in der Umsetzung ne Menge SchrittFürSchrittArbeit und ständige reflektierte Kontrolle des Gedachten und Kommunizierten steht. 
Da kann nicht einfach irgendwas in den Raum geschmissen werden. Weil es Auswirkungen hat, Innen wir Außen.

Beispiel: Du sagst und denkst: „Wenn ich es schaffe, würde ich gerne diesen Job machen.“ Oder gar „Falls es klappt, darf ich da arbeiten.“ ... Ähm, hallo, das ist ja nu eine der blockierensten Zielsetzungen überhaupt. Bremsklotz hoch zehn, in schöner granitener Ausführung, weil das „vielleicht“, das „esgibtsovieleHindernisse“ und ein „ichschaffedasnicht“ schon mit eingeschlossen sind. 
Dein Hirn rafft diese Relativierung sofort und zweigt Energie ab. Warum sollte es auch das Gesamtsystem belasten für etwas, von nicht mal du ganz und gar überzeugt bist? Dein Gehirn ist ja kein Dussel und Energieverschwendung liegt ihm nicht. ... und deinem Gegenüber (Unterstützer, Türöffner, Entscheidungsträger, etc.) übrigens auch nicht.



Richtig wäre: „Am xxx bin! ich Leiter, Chef, Bauarbeiter, Mitarbeiter ... „ (einfügen, was passt.) Und so wird das auch kommuniziert (überspitzt) : „Guten Tag, ich bin die künftige Projektleiterin." .... "Ah, ist das schon entschieden?" ... "Nöh. Aber gibt es da irgendwelche Zweifel?"



Zielsetzungen sind Weitwürfe und sie werden immer ohne Abwedeln gesetzt. 



Wie sollen sie denn sonst motivierend funktionieren?



Beispiel aus dem Sport: „Auf der WM will ich eine Medaille holen“ <- Nett. Ich würde dafür nicht mal meinen Arsch für ne Sekunde in Bewegung setzten. Wenn ich auf ne WM/EM etc. gehe und alles gebe im Training, dann, ja dann mache ich das nur und ausschließlich dafür, dass ich die Erste werde. Sonst würde ich das alles (Druck, Verzicht, Disziplin, Versagung) ja gar nicht durchhalten.

Gilt übrigens für alle anderen Bereiche genauso.



Ich nenne dies „Gedankenhygiene“. Genauso, wie ich mich um meinen Körper kümmere, kümmere ich mich auch um meine Gedanken. Wohin führt dieser Gedanke? Was vermittle ich damit meinem Unterbewusstsein? Was vermittle ich damit nach außen?



Die eigenen Gedanken hinterfragen, kontrollieren, bewusst einsetzen -> Eine der grundlegendsten Haltungen in Zielerreichung und Motivation. Und ne, das ist kein Spaziergang und das macht sich auch nicht mal so nebenbei



Fragen?



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